Sonntag, 6. März 2016

Gedanken...

Die Blogs und Berichte über Brustkrebs werden scheinbar immer mehr. Auf der einen Seite bin ich traurig darüber, dass so viele Frauen (und einige Männer) an Brustkrebs erkrankt sind, andererseits find ich es gut, dass offen darüber gesprochen / geschrieben wird.

Zwei haben es mir besonders angetan. Myriam von M mit ihrer Fuck Cancer Aktion und der Stern-Blog oben ohne von Uta Melle. Beide sehr speziell, sehr offen, teils mir fast zu aggressiv in der Offenheit, aber dadurch authentisch und sympathisch.

Manchen Menschen (ich gehöre dazu) hilft es, positiv gehaltene Patientenberichte zu lesen. Uuuh, jetzt denken bestimmt einige von euch "positiv gehalten? Ich will doch nix geschöntes lesen!". So ist das aber gar nicht gemeint. Ja, die Erkrankung ist Mist (hat meine Ärztin so gesagt!), die Chemo ist zweifelsohne nicht einfach und ich habe Angst vor der OP (ich bin noch nie richtig operiert worden. Beim Kaiserschnitt hatte ich ne spinale Anästhesie und der Port ist ja pillepalle. Obwohl ich davor auch Schiss hatte.) und vor allem vor der Zeit nach der OP. Aber trotzdem liebe ich das Leben, genieße es, versuche an allem etwas Positives zu sehen. DAS meine ich mit "positiv gehalten". Ab und an muss man jammern, klar. Aber dadurch wirds nicht leichter. Glaubt mir, ich muss das wissen ;-) Ich hab schliesslich nicht umsonst gerade eine "schwere depressive Episode". Seufz. (Nachtrag 7.3.: so nennt sich offiziell die Depression im ICD-Katalog. Es ist also keine Umschreibung für nd Depri-Phase, sondern eine ernsthafte Erkrankung, mit der ich schon paar Jahre lebe. )

Und auch wenn ich nicht wirklich privat werde, so wie andere, oder auch nicht so die Riesenleserschar habe (könnte an Punkt 1 liegen...) mir hilft es. Es ist ähnlich wie das jugendliche Tagebuch schreiben, das abendliche Gedankenloswerden vorm einschlafen. Aber auch vollkommen anders, eben weil ich hier meine wirklichen Sorgen gar nicht aufschreibe. Die haben aber auch wenig mit dem Krebs zu tun.

Und ich hoffe, dass es auch anderen hilft. Die Erkrankung Brustkrebs scheint immer noch ein grosses Geheimnis zu sein. Zwar kennt sie jeder und die meisten kennen auch wen, der irgendwie irgendwo mal Krebs hatte... Aber das es soooo viele Betroffene gibt und sich einige Frauen (bei Männern sicher ähnlich) kaum aus dem Haus trauen, weil die Brustprothese nicht sitzt, der Brustaufbau nicht so wurde oder .... Das weiss kaum jemand. Oder das es verletzend sein kann, wenn eine fremde Person sagt, dass es ja nicht so schlimm ist, man bräuchte die Brust ja eh nicht mehr. (Ja, ich denke so in meinem Fall. Aber das tun eben nicht alle.) Wo wir schon dabei sind... Den Begriff Amazone find ich auch ganz furchtbar. :-D

Das waren so die heutigen "Gedanken am Sonntag". Ich glaub, ich mach daraus ne Serie und werd berühmt. :-D

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen